[Berlin-wireless] Gespräche zur "Freifunkszene" haben bereits stattgefunden?

Juergen Neumann j.neumann
Mo Jun 15 13:15:15 CEST 2009


Hallo Keks,

> Wer von euch hat den mit der Verwaltung von Herrn Wolf gesprochen? 

... unter anderem: ich. Ich hatte vor ca. einem Jahr ein Telefonat mit der Senatsverwaltung (die haben bei mir angerufen). Letztes Jahr im Oktober waren Christian Heise und ich mal zu einem Gespräch beim Wirtschaftsenat eingeladen. Da sind wir auch hingegangen. Es waren nur 2 Leute aus dem Senat anwesend (keine Investoren/ISPs). Es ging dabei darum, das Projekt freifunk.net dort vorzustellen. Wir haben im wesentlichen die freifunk-Präsi abgefahren. Das ist dort auch ganz gut angekommen ;-).   

> ...
> Und vorallem was ist dabei raus gekommen?

Bisher: Nichts. 

Um zu verstehen, was die sich im Senat gedacht haben, muss man noch mal etwas weiter ausholen (ich hatte damals in der c-base auch einigen davon berichtet):

Harald Wolf schrieb:

> zur Klarstellung muss ich noch einmal betonen, dass es kein WLan- 
> Projekt des Berliner Senats gegeben hat und gibt. Die  
> Wirtschaftsverwaltung war vielmehr bemüht, die Bedingungen für ein  
> privates Investment und private Betreiber, speziell im Hinblick auf  
> die eventuelle Nutzung Berliner Lichtsignalanlagen und Lampenmasten,  
> zu klären.

Wie ich das bisher verstanden habe: Der Senat möchte selbst kein eigenes WLAN-Netz aufbauen, sondern sucht vielmehr einen Investor, der auf eigene Rechnung ein solches Netz errichten soll. Das "Entgegenkommen" der Stadt läuft im besten Fall darauf hinaus, für den Aufbau des Netzes die Ampeln und Lichtmasten bzw. Strom zur Verfügung stellen. Allerdings scheint es so, dass es dazu im Senat an unterschiedlichen Stellen unterschiedliche Meinungen gibt/gegeben hat. Das Netz soll vor allem in den Tourismus- und Kommerz-Zentren der Stadt errichtet werden. Es hat m.E.n. nichts mit einem "Bürgernetz" im klassischen Sinne zu tun.

Als mögliche Investoren haben sich meines Wissens nach bisher verschiedene Provider beworben. Mit einem, airdata, gab es wohl die bisher weitreichendsten Gespräche.

Harald Wolf schrieb:

> In meiner Verwaltung wurden zu dieser Thematik mehrere 
> Gespräche auch  
> mit der Berliner Freifunkszene geführt. 

s.o.

> Und wir haben allen  
> potentiellen Interessenten für den Betrieb bzw. möglichen Investoren  
> stets den direkten Kontakt und die Prüfung der  
> Kooperationsmöglichkeiten mit der Berliner Freifunkszene empfohlen.    

Das stimmt, soweit ich das verfolgen konnte. Zumindest einer, der GF von airdata hat sich u.a. auch bei mir gemeldet. Seine Vorstellungen zu einer möglichen Kooperation waren, dass er nach eigenen Worten gerne sowohl mit freifunk.net als auch mit den ccc genauere Gespräche führen wollte, nach dem das Pilotprojekt (ein paar Accesspoints rund um die Friedrichstrasse) erfolgreich verlaufen sei. Nun scheint ja das Projekt aber gerade mal wieder abgeschmiert zu sein. Ich habe jedenfalls seit letztem Jahr nichts mehr von ihm gehört. 

Soweit ist erst mal der Stand von mir. Sofern es dazu noch weiter reichendes Interesse geben sollte, kann ich auch gerne noch mal persönlich was dazu erzählen.

Wie zuletzt auch auf dem WCW diskutiert, finde ich, dass es mindestens ein Peeringabkommen mit denjenigen geben sollte, die ein solches Netz errichten wollen (s.a.: http://www.gulli.com/news/freifunk-net-j-rgen-neumann-im-2009-04-11/). Noch besser wäre, wenn die gleich auch entsprechende Mesh-Knoten als Andockpunkte installieren würden. Aber das ganz Projekt scheint ja erst mal wieder in weite ferne gerrückt zu sein ...   

LG

JuergeN





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