[Berlin-wireless] CPU-Laster
onelektra
onelektra
Di Jan 3 13:53:41 CET 2006
Hallo Justus,
soll niemand behaupten er wüsste von dem Experimentiercharakter des
olsrexperiment (sic!) nichts. Sehr wahrscheinlich ist unser Netz das
umfangreichste Meshnetzwerk auf diesem kleinen blauen Planeten, das
ausserhalb militärischer Forschung existiert. Technisch gesehen ist
nicht nur die Grösse und Heterogenität der Hardware eine
Herausforderung, sondern auch die Interferenzen mit anderen Netzen und
Funkanwendungen und die Heterogenität der Anwender.
Eine Technik die sich unter diesen Umständen bewährt ist robust und
benutzbar. Wir sind aber nicht einfach die Anwender einer technischen
Lösung die von der OpenXXX-Community bereit gestellt wurde und die wir
einfach nur auspacken und installieren müssen. Wir entwickeln diese
Technik und gehen mit diesem Chaos um. Dieses Netz ist für viele andere
Netze die Entwicklungsumgebung.
Mit der zunehmenden Popularität steigt aber die Zahl der Anwender, die
Uns mit einem Dienstleister verwechseln, der ihnen eine größtmögliche
Bandbreite für das Filesharing bei Zero-Cost zu gewährleisten hat. Von
Natur aus sind die DAUs natürlich bequem - mit diesen Leuten hat man den
meisten Ärger.
Solche Zeilen lese Ich daher mit gemischten Gefühlen:
> Mein Problem ist halt folgendes: Ich versuche Interessenten aus meiner
> Nachbarschaft für das Netz zu motivieren. Die sehen aber in erster
> Linie
> den Nutzen. Das Experimentieren können die schon verstehen - aber die
> Leute haben eben auch andere Hobbies und wollen auch einfach mal so ihre
> Mails lesen ohne vorher nach der aktuellsten Firmware suchen zu müssen
> (zugespitzt).
Wenn das so ist, dann wäre die Lösung vielleicht ein eigenes Mesh oder
Subnetz, bei dem des nicht darum geht ein Netz mit mehr als 150
Netzknoten in den Griff zu kriegen. Nimm einfach das was bereits
entwickelt ist. Vielleicht hast Du dann das Passwort für alle Geräte,
hälst die PCs der Anwender virenfrei, updatest regelmässig die Firewall,
vermittelst durch sozialen Kontakt, dass man sich besser beim Filesharen
zum allgemeinen Nutzen etwas beschränkt und bietest ihnen kostenlos eine
Rundum-Sorglos-Lösung.
Natürlich ist das Experimentieren nicht reiner Selbstzweck des
olsrexperiments. Es geht darum die Technik zu entwickeln, die es erlaubt
die beste Effektivität und Benutzbarkeit aus dem Protokoll und den
Geräten herauszukitzeln.
Wenn Wir also etwas an dem Protokoll verändern geht es Uns darum die
Usability zu verbessern. Im Moment gibt es unter hoher Netzwerklast
Routingloops und die Stabilität der Routen lässt ne Menge Raum für
Verbesserungen.
Was, bitteschön, gibt es daran auszusetzen wenn jetzt ein Update fällig ist?
Wenn Wir anfangen müssen Uns dafür zu rechtfertigen bin Ich geneigt den
Leuten denen das zu unkomfortabel ist entweder die Fernwartung durch Uns
oder einen Vertrag mit einem X-beliebigen ISP zu empfehlen.
> Wir versuchen (meiner Auffassung nach) einen Mittelweg zwischen
> Experiment und Nutzbarkeit zu fahren. Experimentieren ist natürlich
> ungeheuer spannend für Leute wie uns, die gerne mal den XXC3 besuchen
> und auch sonst neuen Technologien nicht verschlossen sind. Problematisch
> ist es aber, dabei die Nutzbarkeit zu gewährleisten - das merkt
> spätestens jeder, wenn er ein etwas komplexeres Netzwerk daheim aufbaut
> und administriert und die technisch... ähm... gesetzteren Eltern auf
> Internet angewiesen sind (ja, ich bin nach Experimenten schön öfter
> Nachts geweckt worden...)
Ohne unser Experimentieren gäbe es bis heute kein benutzbares Protokoll.
Wie Cven schon schrieb: Wir betreiben kein Produktionssystem. Schon gar
nicht mit QOS und garantierter Verfügbarkeit.
my 200 euros
cu elektra
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